Name: Naomi Angelina Hochheimer

Geburtstag: 9. März 1985

Studium: Bachelor Kulturwissenschaften: HF Germanistik NF Anglistik

Weshalb bist Du beim Tristan-und-Isolde-Projekt dabei?

1. weil mich die Sage schon immer fasziniert hat
2. spannende Sache
3. um etwas Pepp in den kargen kulturellen Aspekt Magdeburgs zu bringen
4. und das mit einer der wichtigsten Liebesgeschichten des Mittelalters

Was treibt Dich ins Rampenlicht?

Ich wurde auserwählt.

Ich sehe es als persönliche Herausforderung meines Wesens, Geistes und Könnens mich einer solch wichtigen Rolle zu stellen.  Es ist es nicht nur irgendein Theaterprojekt für mich, sondern ein Traum, solch ein bedeutendes Werk mittelhochdeutscher Kunst aufzuführen.

Als Teil meines Studiums ist es sogar fundamentales Hintergrundwissen, an dem mit ganz besonderer Sorgfalt herangegangen werden muss und darauf freu ich mich, als einer der dominanten Rollen, mich aktiv daran zu beteiligen und es ganz in der Form seriöser Kunst mit einem Spritzer Humor zu gestalten.

Du verkörperst?

Prinzessin Isolde von Irland (Königin Cornwalls und Markes Braut, Tristans Geliebte)

Wie würdest Du Deine Rolle charakterisieren?

Als „vollkommen“ (S.465)*, „lieblich und rein“ (S. 485) wird sie beschrieben auch die geistigen Fähigkeiten stehen ganz im Sinne einer Königstochter. Ein keckes Mädchen, das nicht gegen die Liebe heiraten möchte (S.557) und auf Herausforderungen steht.

Mit ihrer Klugheit entlarvt sie Tantris als Tristan, dem Mörder ihres Onkels, der durch Friedensverhandlungen es schafft sie nach  Cornwall mitzunehmen und dort zu heiraten. Ihre Tugend und „feines Benehmen“ (ganz gegen ihrem Gefühl [ich spürte beim Lesen eine unterschwellige Erotik zwischen Isolde und Tristan] bleibt erhalten, bis sie unverschuldet in den Bann des Liebestrankes gerät. Eine Wende ihres Charakters.

Ihr Genius wird zur List: ständig sucht sie sich neue Wege um am Hof ihres Gemahls (König Marke) Tristan in Zärtlichkeit zu begegnen. Kalt und berechnend lässt sie ihre Vertraute und Freundin vor Eifersucht und Angst fast ermorden, um sicher zu gehen, dass ihre Liebesbeziehung nicht verraten wird.

Sie ist nicht ganz strafbar, so trägt sie doch nur die rosarote Brille, die wir alle schon ein Mal auf hatten. Sie vergisst über ihre Gefühle hinweg die Vorsicht und wird ertappt. Selbst dann versucht sie Gott mit Schmuck zu bestechen (S.345 Bd. II) um beim Gottesurteil heil davon zu kommen.

Ihr wird verziehen, mehrere Male, doch kann sie ihren Gefühlen, dem Bann, dem Reiz des Verbotenen nicht widerstehen. Sie ist einer Liebe unterworfen, die ständig von Angst vor dem Ertappen und der Suche nach neuen Wegen zu Tristan geführt wird.

*Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde. Band I. Philipp Reclam jun. Stuttgart, 2006

Warum sollte man das Stück unbedingt gesehen haben?

Ganz einfach um die Freude an Literatur, deutscher Kultur (auch wenn der Stoff dem keltischen Sagenkreis entstammt) und amGermanistik Studium mit anderen Leuten teilen zu können und ihnen auf diese Weise zu zeigen, dass das Leben nicht nur aus Arbeiten besteht.

Für die Emotionalen: Es ist eine der Liebestragödien der Geschichte

Für die Wissenschaftler: Wir geben uns Mühe es ist in umwerfendem, verständlichem Mittelhochdeutsch darzubieten

Für die Modernen: Top aktuelle Themen: Liebe, Fremdgehen, Vergebung, Eifersucht,Freundschaft

Zum Abschluß: Gib uns noch ein (Lieblings-) Zitat – von Dir, über Dich, mit Dir …

In einem Sandkorn ist die ganze Welt enthalten
und der Himmel in einer wilden Blume;
in deiner Hand siehst Du den Kosmos walten,
und Ewigkeit in einer Stunde.

William Blake