Der erste große Knall – nach einem Wochenende von Textänderungen will der „gefeuerte“ Darsteller seine Rolle zurück. Die Gruppe stimmt zu – wenn er in der Rolle überzeugt. Das gelingt.

Die zunächst explosive Stimmung lockert sich zusehends. Die Arbeit an Szene 5 beginnt. Das erste Problem: Eine Linde, sonst höchstens für Allergiker bedenklich, kann bühnentechnisch durchaus zu einigen Komplikationen führen.

Nadines Mitschrift bemerkt dazu lapidar: „Wir brauchen irgendwas, das aussieht wie ne Linde => Bühnenbauer.“ Na, die werden sich bedanken!!!!

Auch diese Probe kommt nicht ohne Slapstick und Wortwitz einher: Als darüber diskutiert wird, wie viel Parzival ausziehen darf, bevor er zu Bett geht, bestimmt die Regisseurin (vielleicht nicht so charmant wie immer): „Zur allgemeinen Sicherheit darf Parzival die Hose auch anbehalten.“ Ist das jetzt ein Kompliment oder was? Irgendwie muss Parzival ne Menge einstecken …

Auch in anderen Darstellern schlummern ungeahnte Talente. Nach der Anweisung: „Andi, jetzt spiel mal den Gurnemanz so wie jemand der alles besser weiß!“ klappte die Szene lustigerweise ganz gut. Sagt uns das was über Andi oder über Gurnemanz?

Auch andere Passagen der Mitschrift sind ungeheuer poetisch (gesprochen: pötisch). So über Liaze: „Liaze muss alleine rum stehen und heulen.“ Nicht genug, dass Liaze verlassen wird, jetzt auch noch das!

Und dann waren wir schon bei Szene 6, die Gralsburg. Nicht ganz klar ist mir mehr, warum Denis sich meine Schuhe borgen wollte. Und überhaupt: In Szene 6 kommt der doch gar nicht vor … ??? Aber wenn er unbedingt will … - Denis, welche Schuhgröße haste überhaupt?

Abgesehen davon läuft die Erarbeitung von Szene 6 gut. Im Gralsschloss selber wird es interessant. Wie auch im letzten Jahr wird unter Einsatz des Lebens gearbeitet, was folgende Randbemerkung in den Mitschriften rechtfertigt: „Einer muss den Thron umschuppen, bevor er verschwindet – es dürfen hinterher aber keine toten Beleuchter rum liegen“ Das hoffen wir doch, sonst bleibt das Stück dunkel.

Ähnlich zweifelhaft sind folgende Ideen zum Thema unauffälliges Verschwinden von der Bühne: „eventuell dem Bühnenteam auf den Schoß oder aus dem Fenster springen“. Ich persönlich halte von beiden Varianten wenig, bin aber offen für Vorschläge und lasse mich gern eines Besseren belehren.

Allerdings bin ich immer noch dafür, den Gral auf einem Handwägelchen hinter mir her durch den Saal zu ziehen – effektvoll ist das zugegebenermaßen eher nicht, aber bequem. Allerdings wird sich schwer ein passender Wagen zum Kleid finden lassen, so dass ich den Gral wohl doch tragen muss …

Zu guter letzte wird ein Doppelevent für den 01.05. verabredet: Probe mit anschließendem Grillen – soll für die Gruppendynamik nicht schlecht sein; wird sich zeigen. Der Preis für unfreiwilligen Wortwitz (auch wenn er nach wie vor behauptet, es sei beabsichtigt gewesen) geht wieder an Denis. Nach erfolgreichem Proben saß der Denis noch ganz versonnen auf einem Tische und kommentierte meine Worte mit mehr oder minder ausdrucksstarkem Minenspiel. Darauf ich: „Denis, Du guckst immer so lustig. Ich mache nächstes Jahr eine Pantomimenvorstellung und Du wirst mein Hauptdarsteller!“ Darauf Denis: „Nein, Scheiße! Ich kann doch so schlecht Text lernen!“ – Ohne Worte!

Zu den Proben Fotos