Wolfram von Eschenbach verfasste seinen Roman Parzival vermutlich im ersten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts. Dieses Werk ist die Grundlage für die Theaterfassung, die im Rahmen der Studententage 2009 aufgeführt werden soll.

Der Parzival als Nachfolgestück des 2008 überaus erfolgreich aufgeführten Stückes Tristan und Isolde (vgl. Projekte 2008) will versuchen, auch im Jahr 2009 Menschen für die mittelalterliche Sprache und Kultur zu begeistern.

Während der Tristan die Geschichte einer unerfüllbaren Liebe erzählte, steht im Parzival die Entwicklung eines Menschen im Vordergrund – es ist eine innere Geschichte, die erzählt werden muss. Daher ist Wolframs Parzival viel epischer als Gottfrieds Tristan. Die dialogischen Passagen sind seltener, die Sprache dichter und die Geschichte viel komplexer. Es war daher unumgänglich, das Gesamtwerk zu kürzen und stellen weise leicht abzuändern, sich auf einen Handlungsstrang zu konzentrieren.

Für die Bühne aufbereitet, konzentriert sich das Stück daher auf Parzivals persönliche Geschichte - eine echte Herausforderung, sowohl auf der textuellen, als auch auf der schauspielerischen Ebene.

Wer also ist Parzival? Parzival ist ein Symbol, er ist der Teil in jedem von uns, der auf der Suche ist und einem entfernten Ziele zustrebt. Es gehört Mut dazu, diesen Teil von sich anzuerkennen, denn die Suche ist gefährlich und nicht zwangsweise von Erfolg gekrönt. Nur zu leicht gelangt man vom Wege ab und läuft in die Irre. Parzival ist aber auch der Kämpfer in uns, derjenige, der sich nicht von Rückschlägen entmutigen lässt und auch in Situationen vollkommener Finsternis und Ausweglosigkeit weitergeht.