Nachdem die Aufführung von Gottfrieds Tristan während der Studententage 2008 großen Anklang gefunden hat, wollen wir in diesem Jahr versuchen, an diesen Erfolg anzuknüpfen, und den Parzival des Wolfram von Eschenbach inszenieren.

Während der Tristan die Geschichte einer unerfüllbaren Liebe erzählt, steht im Parzival die Entwicklung eines Menschen im Vordergrund – es ist eine innere Geschichte, die erzählt werden muss. Das ist eine echte Herausforderung, sowohl auf der textuellen, als auch auf der schauspielerischen Ebene.

Wer also ist Parzival? Parzival ist ein Symbol, er ist der Teil in jedem von uns, der auf der Suche ist und einem entfernten Ziele zustrebt. Es gehört Mut dazu, diesen Teil von sich anzuerkennen, denn die Suche ist gefährlich und nicht zwangsweise von Erfolg gekrönt. Nur zu leicht gelangt man vom Wege ab und läuft in die Irre. Parzival ist aber auch der Kämpfer in uns, derjenige, der sich nicht von Rückschlägen entmutigen lässt und auch in Situationen vollkommener Finsternis und Ausweglosigkeit weitergeht.