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Conditioner/ Haarspülung selbst gemacht

Conditioner/ Haarspülung selbst gemacht

Hallo Welt …

Zugegeben, es war lange ausgesprochen still in diesem Blog. Das Leben war in den letzten 1 1/2 Jahren nicht wirklich nett, aber es sieht so aus, als wäre die Talsohle durchschritten. Verhaltener Optimismus macht sich breit …

Auch in allen anderen Bereichen war nur Sparflamme angesagt, zumindest, was das Machen angeht. Recherchiert und geplant habe ich die ganze Zeit. Und nun bin ich zurück, vorsichtig tastend, aber da.Auf zu neuen Ufern!

Im ersten beitrag nach der Pause geht es um einen Conditioner, neudeutsch für Haarspülung. Wink Je mehr man sich mit den Inhaltsstoffen der käuflich zu erwerbenden Produkte auseinandersetzt, desto häufiger fragt man sich: „Hä?“ Da bleibt nur eines: In der heimischen Hexenküche selber etwas zusammenrühren.

Das folgende Rezept ist nicht wirklich kompliziert, aber man benötigt schon die eine oder andere Zutat, die sich nicht so ohne weiteres im heimischen Küchenschrank findet. Insofern ist es kein „Man-nehme-ein-Eigelb-und-Salatöl“-Rezept. Davon gibt es genug im Netz, so dass ich darauf verzichte, meine Variante hier aufzuschreiben – zumal das mit dem Eigelb als Veganer schon etwas kompliziert ist.

Mein Condi orientiert sich an der Conditioner-Base (neudeutsch für Spülungs-Grundlage … Laughing), die es mal bei Gisella Manske zu kaufen gab. Und gerade, als ich sie für mich und mein Haar entdeckt hatte – wurde sie auch dem Programm genommen. Phantastisch! Also habe ich mich an einen Nachbau gemacht. Meine Vorgaben dabei: Der Conditioner sollte vegan sein und ohne Produkte auf Palmölbasis auskommen. Das war ein Spaß!

Die ursprüngliche Zusammensetzung habe ich irgendwo im Netzt gefunden und die sah so aus:

Aqua, Betaine, Coco-Glucoside, Aloe Babadensis Leaf Juice Powder, Ceteary Alcohol, Butyrospermum Parkii (Sheabutter), Olea Europea fruit oil (Olivenöl), Helianthus Annuus seed oil (Sonnenblumenöl), Cocos Nucifera oil (Kokosöl), Simmondsia Chinensis seed oil (Jojobaöl), Stearinsäure, Glycerin, Xanthan gum, Citros Aurantium Dulcis fruit extract, Citrus grandis fruit extract, Citrus Aurantium Bergamia fruit extract, Tagerina fruit extract, Citrus Grandis seed extract, Citric Acid, Phenoxyethanol, Benzoic Acid, Dehydroacetic Acid.

Ob in dieser Liste alle Zutaten aufgeführt sind, weiß ich jetzt nicht. 1:1 habe ich das Rezept sowieso nicht übernommen – zuviele Dinge, die ich nicht an meine Haare lassen will.

So sah letztendlich meine Zusammensetzung aus:

Wasserphase (ca. 68g): Ca. 65 Gramm Wasser mit 1-2 Gramm Coco-Clucoside vermischen und mit Aloe-Vera-Gel auf 68 Gramm auffüllen. Das Betain habe ich rausgelassen, wer den Condi für die Conditioner-only-Wäsche benutzen will, sollte ihn aber sicher hinzumischen (und evtl. auch die Tensidmenge erhöhen). Eine C/O-Variante werde ich aber sicher auch noch ausprobieren.

Fettphase (ca. 22g): Hier war ich etwas kreativ und habe in meinem Öleschrank geräubert 😀 Ich habe 3,2 Gramm Xyliance (anstelle des Cetyl-Alkohols), 1,2 Gramm Stearinsäure und je 4 Gramm Sheabutter, Olivenöl, Babassuöl, Jojobaöl und Arganöl im Wasserbad so lange erhitzt, bis der Emulgator (Xyliance) und die Stearinsäure gänzlich aufgelöst waren. Dann einfach mit der Wasserphase vermischen und kaltrühren. Wichtig ist, dass die Wasserpahse in etwa die gleiche Temperatur wie die Fettphase hat, sonst funktioniert es nicht gut.

Wenn die Mischung handwarm ist, kommen die Wirkstoffe dazu. Das waren bei mir 1g Pentavitin (anstelle des Glycerins), 1,5g Squalan und 1,5g Panthenol. Hier kann man, wie bei den Ölen auch, nach eigenen Vorlieben arbeiten.

Gut abgekühlt ist der Conditioner noch recht flüssig und hat eine leicht (!) gelartige Konsistenz. Ich habe dann einfach noch ein bisschen Gurkernmehl eingerührt und am nächsten Tag war die Konsistenz fester. Da ich nur eine Testmenge hergestellt habe, konnte ich auf die Konservierung verzichten. Im Schränkchen steht allerdings schon Flavoxan 14, das werde ich bei einer größeren Menge zur Konservierung einsetzen.

Alles in allem war ich mit der ersten Version schon sehr zufrieden; die nächste Variante werde ich aber definitiv reichhaltiger gestalten (also die Fettphase erhöhen bzw. die Öle und Fette variieren).

Eingekauft habe ich die Zutaten, sofern ich sie nicht schon zu Hause hatte, hier:

Dragonspice oder Behawe

Eine günstige, aber gute Feinwage gibt es hier: Feinwaage

Viel Spaß beim Rühren wünscht Euch

ArcusLunaris

Wie näht man mit einer Nähmaschine mit Fußantrieb?

Wie näht man mit einer Nähmaschine mit Fußantrieb?

Diese Frage habe ich mir gestellt auch gestellt, als ich das erste Mal vor so einer Maschine saß. Im Internet fand ich keine hilfreichen Seiten, auch die Familie war wenig ergiebig: „Na, einfach treten!“, lautet die Aussage. Das habe ich dann auch versucht – mit dem Ergebnis, dass die Maschine nur auf der Stelle hin und her nähte, sich die Fäden verknoteten und der Oberfaden schließlich riss. Klasse Anfang, aber endlich habe ich es doch noch hinbekommen. Vielleicht hilft es dem/ der einen oder anderen, wenn ich hier kurz erkläre (es versuche!), wie ich vorgegangen bin.

Wenn etwas nicht so läuft, wie es laufen soll, muss erst einmal der gundsätzliche Fehler gefunden werden. Da meine Tretweise offensichlich NICHT die korrekte war, habe ich mir erst einmal angesehen, was das Trittbrett machen muss, damit die Maschine geradeaus läuft. Dazu einfach das Handrad der Maschine drehen, so dass die Maschine normal läuft. Dabei das Trittbrett beobachten. Das ist der theoretische Teil, der praktische folgt … 😉

Nun die Füße versetzt (ein Fuß vorn, einer hinten) und entspannt (!) auf das Trittbrett legen. NICHT versuchen selber zu treten; es geht hier nur darum, den Rhythmus der Maschine kennen zu lernen. Nun wieder das Handrad in „Nährichtung“ drehen und dabei mit den Füßen versuchen zu erspühren, was welcher Fuß wann tut. In meinem Fall stellte sich beispielsweise heraus (Vielleicht ist das ja DER übliche Anfängerfehler!), dass jeder Fuß abwechselnd die Führung übernommen und getreten hat. Es gibt aber nur EINEN Führungsfuß (Welcher das ist, ist unterschiedlich – einfach ausprobieren!), der andere schwingt nur nach. In der Regel ist der vordere Fuß (also der sich weiter unter dem Tisch befindet) der Führungsfuß, der den Schwung gibt. Das kann ganz schön schwierig sein – da hilft nur Üben, Üben, Üben!

Und genau das muss man dann auch tun. Mir hat es sehr geholfen, mit dem Handrad den Schwung vorzugeben (das macht man ja eh immer) und dann zu versuchen, den Schwung mit dem Führungsfuß aufzunehmen und aufrecht zu erhalten. Das kann am Anfang sehr viel Konzentration erfordern. Nicht gleich aufgeben, es ist erlernbar! (Und geht einem mit der Zeit in Fleisch und Blut über – wie Autofahren, sagt man zumindest; ich kann das nicht beurteilen.) Es ist tatsächlich nicht wirklich schwer, nur ungewohnt. (Obwohl: Für Kontrollfreaks kann es vielleicht wirklich nicht leicht sein, sich der Maschine anzupassen … !?) Auf jeden Fall: Ruhig immer mal wieder Pausen einlegen, damit die Konzentration nicht nachlässt, und nichts erzwingen wollen. Am besten ist es, am Anfang ohne Stoff und Faden zu üben – den Stoff zu führen während man sich auf’s Treten konzentriert wäre für den Anfang viel zu viel des Guten. Erst wenn man den Rhythmus der Maschine (halbwegs) beherrscht, sollte man dazu übergehen mit Stoffresten zu üben.

Und dann ist es sicher bald soweit – die erste (echte) Näharbeit kann an der Tretmaschine ausgeführt werden. Ich habe bemerkt, dass das Nähen mit einer Tretmaschine ganz anders ist als bei einer elektrischen – es ist fast wie Meditation: Mein Kopf muss frei und auf das Nähen und die Maschine konzentriert sein, sobald meine Gedanken abschweifen, komme ich aus dem Tretrhyhthmus (jawohl, auch jetzt noch!). Das hat man natürlich bei einer elektisch Betriebenen nicht – die läuft, wenn man das Fußpedal bedient, egal, ob man bei der Sache ist oder nicht. Vielleicht mögen sich deswegen viele Menschen nicht wirklich auf eine „manuelle“ Nähmaschine einlassen???

Viel Spaß beim Ausprobieren und viel Erfolg wünscht Euch

ArcusLunaris