Monthly Archives: Januar 2011

Wortstücke des brechenden Herzens

Wortstücke des brechenden Herzens


Den „klassischen“ Minnesang kennt man, er ist sozusagen in aller Munde. Er wird an den Universitäten gelehrt, an Gymnasien zumindest noch erwähnt. Die ewig unerfüllte Minne des hohen Minnesang ist ebenso bekannt wie die schmerzvolle Trennung der Liebenden bei Tagesanbruch. Diese Art der mittelhochdeutschen Lyrik ist gezähmt und lässt sich – fremdartig oder nicht – distanziert und analytisch auseinander nehmen: Oh da, ein locus amoenus! Und dort, eine typische Kanzonenstrophe!

Doch diese Art Literatur zu betrachten, beraubt sie ihrer unmittelbaren Wirkung und ihrer Intensität. Vielleicht ist es deswegen auch nicht verwunderlich, dass sich die Forschung mit Oswald von Wolkensteins Herz, prich! von jeher schwergetan hat. „heillos schwierig“ nennt Christoph Petzsch es. Auch eine Übersetzung scheint schwer möglich: Die Wörter stehen nahezu unverbunden nebeneinander, klare Bezüge sind selten. Und gerade hierin liegt die Ausdruckskraft dieser Dichtung: Ein Jeder, der unglücklich liebt, wird seine innere Zerrissenheit und seinen bohrenden Schmerz in den Worten gespiegelt finden. Zerrissen sind auch die Gedanken – und genau diese Zerrissenheit fängt Oswald mit seinen Worten ein, die auch in der entsprechenden musikalischen Umsetzung ihren Ausdruck fand. DernHoquetus, wörtlich übersetzt „Schluckauf“, ist eine Satztechnik, bei der die Melodie auf mehrere Stimmen verteilt wird, so daß eine Art abgehackter Stereoeffekt entsteht. Die Sänger ergänzen sich gegenseitig, rufen sich gewissermaßen die Gedankenfetzen zu (vgl. Ia und Ib).

Ia
––– prich! rich! sich:      Discantus
––– scherz ––– dringt,
––– zwingt und pringt
natürlich lieb in immer ach.
––– rach ––– grimmiklichen schrei.
ei frei, gesell,
––– kenn dein treu be –––

Ib
Herz, prich! [rich!] sich:      Tenor
smerz [scherz] hie [dringt,]
ser [zwingt] und pringt
natürlich lieb in immer ach.
nach [rach] ich grimmiklichen schrei.
[ei] frei, gesell,
wenn [kenn] dein treu bedencken.

II
Hort mein, dein ain
wort mort mir gail.
unhail, das sail
ich schreiben tün an wage schild.
wild mild mein herz begriffen hat
Quat, mat! nu snell,
Gelück, rück mir lieb verrencken!

III
Tod, laid mald, schaid
not! rot dein mund
trost wund die hund,
der stimm mir nie wolt louffen süss.
büss müss mir freuden werden an,
wan man gefell
nie lie plausen auff schrenken.

Mehr von und zu Oswald von Wolkenstein:

Haarspitzenpflege

Haarspitzenpflege


Die Werbung ist bunt und verspricht das Blaue vom Himmel. Abgesehen davon, dass ich in den letzten Jahren immer misstrauischer geworden bin, was die Verträglichkeit und die Inhaltsstoffe solcher Produkte angeht, habe ich festgestellt, dass gerade mit Blick auf die Haare Vorbeugung die beste Medizin ist. Sind die Haare also erst einmal im Eimer (natürlich nur bildlich gesprochen!!!), kommt jede Hilfe zu spät.

Wie kann es nun aber gelingen das Haar lang zu züchten und dabei unser aller Feind Nummer 1, den Spliss, zu vermeiden?

Für mich gilt, dass sich gerade einfache Rezepte ausgezeichnet bewährt haben. Mein derzeitiges Lieblingsrezept ist denkbar einfach:

Man mische

  • 2 Teile Sheabutter
  • 2 Teile Haarspülung
  • 1-2 Tropfen D-Panthenol
  • weitere Zusatzstoffe nach Geschmack
  • man kann auch noch 1 Teil Öl dazugeben, aber meine Haare mögen die Mischung ohne Öl lieber

Am besten lassen sich alle Zutaten mischen, wenn sie leicht (!) erwärmt sind. Ich mache es mir da immer ganz einfach und stelle alles zusammen für einige Zeit auf die Heizung. Mitunter hat der Winter doch sein Gutes. Im Sommer nutze ich die Mikrowelle oder zweckentfremde meinen Fön. 😉

Alles gut miteinander verrühren und abkühlen lassen. Manchmal passiert es, dass sich die Zutaten wieder trennen – dann einfach nocheinmal kräftig umrühren. Bevor die Masse ganz abgekühlt ist, abfüllen.

Zutaten: Geeignet ist eigentlich jedes Öl, das vom Haar gut vertragen wird – und das ist bei jedem anders. Im Augenblick verwendet ich Kokosöl, das traditionell als DAS Haarpflegeöl angesehen wird. (Es macht die Mischung allerdings etwas fester, das Kokosöl bei Zimmertemperatur fest ist). Eine Variante des reinen Kokosöls ist das so genannte Monoï Tiaré Öl: Kokosöl, in dem verschiedene Blüten mazieriert worden sind. Duftet toll und ist vielseitig verwendbar. Eine nette Auswahl gibt es hier.

Auch bei der verwendeten Haarspülung kommt es auf den persönlichen Geschmack an. Ich bevorzuge ja Naturkosmetik. Deswegen verwendet ich im Augenblick die Haarspülung von Khadi. Die ist toll und riecht phantastisch – allerdings ist sie wegen des verwendeten Honigs nicht vegan, so dass ich überlege, ob ich sie noch einmal kaufe.

Sheabutter gibt es in der Apotheke, aber natürlich auch online. Ich bestelle sie immer, weil es nie bei nur Sheabutter bleibt – es gibt immer noch tausend andere Dinge, die ich unbedingt brauche … Am liebsten shoppe ich im Augenblick bei

Aber Vorsicht: Bei diesen Shops besteht Suchtgefahr!!!! 😉

Anwendung: Die Haarspitzencreme sparsam in das Haar, besonders in die Haarspitzen geben. Vorsicht bei der Dosierung: eine winzige Menge genügt in der Regel. Die creme kann auf trockenem und handtuchtrockenem Haar angewandt werden (bitte ausprobieren!). Bei mir funktioniert sie nur auf trockenem Haar, da aber sehr gut!

Variationen: Natürlich ist es kein unabänderbares Gesetz, die Zutaten in genau diesen Mengen zu mischen. So kann das Verhältnis der Zutaten auch 1:1:1 betragen. Auch eine Mischung aus Öl und Sheabutter pflegt sehr gut, ist aber auch viel schwerer und daher nicht für feines Haar geeignet. Es hilft also wirklich nur rühren und testen.

Viel Spaß dabei! 🙂