Category Archives: Altertümchen

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Wie näht man mit einer Nähmaschine mit Fußantrieb?

Wie näht man mit einer Nähmaschine mit Fußantrieb?

Diese Frage habe ich mir gestellt auch gestellt, als ich das erste Mal vor so einer Maschine saß. Im Internet fand ich keine hilfreichen Seiten, auch die Familie war wenig ergiebig: „Na, einfach treten!“, lautet die Aussage. Das habe ich dann auch versucht – mit dem Ergebnis, dass die Maschine nur auf der Stelle hin und her nähte, sich die Fäden verknoteten und der Oberfaden schließlich riss. Klasse Anfang, aber endlich habe ich es doch noch hinbekommen. Vielleicht hilft es dem/ der einen oder anderen, wenn ich hier kurz erkläre (es versuche!), wie ich vorgegangen bin.

Wenn etwas nicht so läuft, wie es laufen soll, muss erst einmal der gundsätzliche Fehler gefunden werden. Da meine Tretweise offensichlich NICHT die korrekte war, habe ich mir erst einmal angesehen, was das Trittbrett machen muss, damit die Maschine geradeaus läuft. Dazu einfach das Handrad der Maschine drehen, so dass die Maschine normal läuft. Dabei das Trittbrett beobachten. Das ist der theoretische Teil, der praktische folgt … 😉

Nun die Füße versetzt (ein Fuß vorn, einer hinten) und entspannt (!) auf das Trittbrett legen. NICHT versuchen selber zu treten; es geht hier nur darum, den Rhythmus der Maschine kennen zu lernen. Nun wieder das Handrad in „Nährichtung“ drehen und dabei mit den Füßen versuchen zu erspühren, was welcher Fuß wann tut. In meinem Fall stellte sich beispielsweise heraus (Vielleicht ist das ja DER übliche Anfängerfehler!), dass jeder Fuß abwechselnd die Führung übernommen und getreten hat. Es gibt aber nur EINEN Führungsfuß (Welcher das ist, ist unterschiedlich – einfach ausprobieren!), der andere schwingt nur nach. In der Regel ist der vordere Fuß (also der sich weiter unter dem Tisch befindet) der Führungsfuß, der den Schwung gibt. Das kann ganz schön schwierig sein – da hilft nur Üben, Üben, Üben!

Und genau das muss man dann auch tun. Mir hat es sehr geholfen, mit dem Handrad den Schwung vorzugeben (das macht man ja eh immer) und dann zu versuchen, den Schwung mit dem Führungsfuß aufzunehmen und aufrecht zu erhalten. Das kann am Anfang sehr viel Konzentration erfordern. Nicht gleich aufgeben, es ist erlernbar! (Und geht einem mit der Zeit in Fleisch und Blut über – wie Autofahren, sagt man zumindest; ich kann das nicht beurteilen.) Es ist tatsächlich nicht wirklich schwer, nur ungewohnt. (Obwohl: Für Kontrollfreaks kann es vielleicht wirklich nicht leicht sein, sich der Maschine anzupassen … !?) Auf jeden Fall: Ruhig immer mal wieder Pausen einlegen, damit die Konzentration nicht nachlässt, und nichts erzwingen wollen. Am besten ist es, am Anfang ohne Stoff und Faden zu üben – den Stoff zu führen während man sich auf’s Treten konzentriert wäre für den Anfang viel zu viel des Guten. Erst wenn man den Rhythmus der Maschine (halbwegs) beherrscht, sollte man dazu übergehen mit Stoffresten zu üben.

Und dann ist es sicher bald soweit – die erste (echte) Näharbeit kann an der Tretmaschine ausgeführt werden. Ich habe bemerkt, dass das Nähen mit einer Tretmaschine ganz anders ist als bei einer elektrischen – es ist fast wie Meditation: Mein Kopf muss frei und auf das Nähen und die Maschine konzentriert sein, sobald meine Gedanken abschweifen, komme ich aus dem Tretrhyhthmus (jawohl, auch jetzt noch!). Das hat man natürlich bei einer elektisch Betriebenen nicht – die läuft, wenn man das Fußpedal bedient, egal, ob man bei der Sache ist oder nicht. Vielleicht mögen sich deswegen viele Menschen nicht wirklich auf eine „manuelle“ Nähmaschine einlassen???

Viel Spaß beim Ausprobieren und viel Erfolg wünscht Euch

ArcusLunaris

Nähmaschine Anker RZ

Nähmaschine Anker RZ

Endlich komme ich mal wieder dazu, eines meiner Schätzchen vorzustellen – eine Anker RZ, die Gerad- und Zickzackstich beherrscht. Ursprünglich war es mal eine Tischmaschine mit Fußantrieb; ich habe die allerdings bereits in dem Zustand gekauft, in dem sie auf den Bildern zu sehen ist: mit Huckepackmotor und als Tischmaschine.

Die Anker ist eine sehr robuste und gut zu bedienende Maschine, die auch optisch etwas hermacht:

[Fotos folgen]

Sie läuft leicht und geräuscharm und näht mühelos auch mehrere Lagen von Stoff. Damit das auch so bleibt, ist natürlich eine gute Pflege und Wartung erste Voraussetzung:

Anker RZ Bedienung und Pflege (pdf)

Allzeit eine flinke Nadel wünscht

ArcusLunaris